Archiv 2002


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Veranstaltungen im Jahr 2002


Mitgliederversammlung 2002
Termin: 13.März 2002, 19.30 Uhr, Pfarrzentrum St. Clemens

"Initiative Schule" Veranstaltungen mit den 4. Klassen der Telgter Grundschulen als "Bildervorlesung" auf der Grundlage des Kinderbuches PAPA WEIDT von Inge Deutschkron und Lukas Ruegenberg.
Termine in Absprache mit den jeweiligen Schulen

"Jüdische Friedhöfe" - 2 Veranstaltungen
Grundsatzvortrag über Religionsgesetze und Frömmigkeit im Zusammenhang mit Tod und Begräbnis Termin: Frühjahr 2002
Jüdische Friedhöfe in Münster und Warendorf Termin: Herbst 2002

"Stätten des Schreckens" Tagesfahrt zur "Steinwache" und zur "Bittermark" nach Dortmund
Termin: 29. Juni 2002 alternativ: 06. Juli 2002

"Spuren jüdischen Lebens" Radtour in Verbindung mit dem Sommerprogramm von St. Clemens nach Warendorf
Termin: 31. Juli 2002

"Reichspogromnacht in Telgte" Gedenkveranstaltung
Termin: 09.11.2002

"Alfred Auerbach - ein Telgter Jude" Video Dokumentation, erstellt durch Arbeitsgemeinschaft "Erinnerung + Mahnung" unter Leitung von Dr. Stratmann
Termin: Mai / Juni 2002

"Erinnerung und Mahnung - historische Last und verantwortbare Zukunft" ein Radio-Feature im Bürgerfunk von Radio WAF
Termin: 08.11.2002

Besondere Ereignisse


Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus:
27. Januar: Befreiung aus dem Konzentrationslager
09. November: Reichspogromnacht


    Gedenken an die Reichspogromnacht


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsmitglieder !
Ich lade Sie zu
Dienstag, 12.11.2002, 20.00 Uhr
in die neue Aula des Schulzentrums
Eintritt: € 3,00 / € 2,00
zu einer gemeinsamen Veranstaltung unseres Vereins mit der VHS Warendorf ein.
lmo Moszkowicz
liest und zitiert zum Gedenken an die Reichsprogromnacht am 9.11.1938:
Von Jüdischen Dichtern und Denkern
lmo Moszkowicz liest und zitiert aus Werken von Jehuda Amichai. Rose Ausländer, Schalom Ben-Chorin, Richard Beer-Hofmann, Chaim Nachman Bialik, Martin Buber, Märe Chagall, Adolph Donath, Victor Frankl, Simon Frug, Heinrich Heine, Theodor Herzl, Mascha Kaleko, Eise Lasker-Schüler, Alfred Polgar, Felix Pollak, Hadassah Rubin, Salomo, Baruch de Spinoza, Friedrich Torberg, Saul Tschernichowski, Berthold Viertel, Ludwig Wittgenstein, Stefan Zweig.
lmo Moszkowicz hat in seinem bewegten Leben über einhundert Theaterstücke, Opern, Musicals und Operetten an fast allen größeren Bühnen im deutschsprachigen Raum sowie in Südamerika und Israel inszeniert. Etwa zweihundert Femseh- und drei Spielfilme sind auf seiner Arbeitsliste zu finden; er ist derzeitig wohl der „dienstälteste" Fernsehregisseur unseres Landes. Der Sohn eines russischen Schumachers und einer polnischen Mutter hat Auschwitz überlebt, wo er seine sechs Geschwister und seine Mutter verlor.
Obwohl ihm die deutsche Sprache mit ihren mörderischen Befehlen seine Familie, seine Jugend geraubt hat, blieb sie ihm die Heimat. In einem Interview mit dem „Tagesspiegel" bekannte er, dass „ ... die Sehnsucht nach Kultur" ihn am Leben erhalten habe. Mit Goethes „Torquato Tasso" identifiziert er sich am intensivsten: Die vollendete Sprache, das Wort gewordene Denken, der Künstlerkonflikt - der immer auch der seine ist - faszinieren ihn.
So bleibt sein oberstes künstlerisches Gebot die Werk- und Worttreue; diese in der heutigen Welt der darstellenden Künste geschmähte Position verteidigt er als Anwalt der Dichter. Als Assistent von Gustav Gründgens und Fritz Kortner lernte Moszkowicz das Regie Handwerk. Seine Erinnerungen „Der graue Morgen" erschienen im Boer Verlag, als Taschenbuch dann bei Knaur.
lmo Moszkowicz wurde 1991 mit dem „Grossen Bundesverdienstkreuz" geehrt. Für den Film „Über Kreuz" erhielt er 1995 den „Bayrischen Fernsehpreis für beste Regie".
Vor ein paar Tagen wurde der 77-jährige als zweiter Deutscher mit dem „Scopus Award“ ausgezeichnet. Die Laudatio auf den gebürtigen Ahlener hielt übrigens der israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein.
Ich hoffe, dass diese besondere Veranstaltung zum diesjährigen Gedenken an die Reichspogrommnacht auf Ihr besonderes Interesse stößt und Sie recht zahlreich – trotz des zu entrichtenden Obolus zur Deckung der Kosten – erscheinen werden. Freunde und Bekannte sind natürlich auch willkommen.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Beck



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